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Ver­an­stal­tun­gen

Kaffepause auf einer Konferenz © Olga Serjantu​/​unsplash
© Tetiana Shyshkina​/​unsplash

Gemeinsamer Kongress der Deut­schen Ge­sell­schaft für So­zio­lo­gie (DGS) und der Österreichischen Ge­sell­schaft für So­zio­lo­gie (ÖGS): Post-Co­ro­na-Ge­sell­schaft?! Pan­de­mie, Krise und ih­re Folgen

23.-25.8.2021, Uni­ver­si­tät Wien (digital)

Christine Wimbauer, Leoni Linek, Mona Motakef, Almut Peukert und Julia Teschlade

Ad-hoc-Gruppe - (Selbst-)Sorge jenseits der romantischen Liebe vor, wäh­rend und nach Co­ro­na

Wie durch ein Brennglas verdeutlicht die COVID-19-Pan­de­mie unsere existenzielle Verwiesenheit auf andere. Zur Ein­däm­mung der Pan­de­mie wurden Kontakt­beschrän­kungen be­schlos­sen, die Nahbeziehungen im Haushalt und damit die Kernfamilie und romantische Paarbeziehung privilegieren. Im Lockdown wird Care-Ar­beit, etwa die Be­treu­ung und das ‚Home Schooling‘ von Kindern, laut aktuellen Studien überwiegend von Frauen übernommen, womit ohnehin existierende Geschlechterungleichheiten ver­stärkt wer­den und Räu­me der Selbstsorge für Care-Leistende schwinden. Wohnraum und Wohnform wer­den umso wichtiger, wenn #StayAtHome zur Maxime wird – und dies mit ungleichen Implikationen: Während manche zu vie­len auf engem Raum wohnen, verfügen andere über aus­rei­chend Platz oder ein häusliches Arbeitszimmer. Alleinlebende wer­den zwar durch die Maß­nahmen weitgehend isoliert, müssen aber oftmals nicht den Spagat zwischen Erwerbs- und Sorgearbeit meistern.

Vor dem Hintergrund ge­sell­schaft­li­cher Paar- und Heteronormativität wol­len wir in der Ad-Hoc-Gruppe (Selbst-)Sorge-Arrangements jenseits des heterosexuellen Paarseins und der Kleinfamilie ausloten: Wie wirkt sich die Pan­de­mie auf Lebens- und Wohnformen aus, in denen nach weniger ungleichen Formen des Gemeinschaftlichen gesucht wird, wie etwa in unromantischen Co-Parenting- oder Mehreltern-Konstellationen, in freundschaftlichen Wohngemeinschaften und familienähnlichen Mehrgenerationenhäusern? Entstehen neue Formen sorgender Verantwortungsübernahme wie nachbarschaftliche Unter­stüt­zung oder di­gi­ta­le Netzwerke? Was bedeutet dies für Freund­schaften und Sorgebeziehungen, etwa von prekär Be­schäf­tig­ten, die nicht zuhause bleiben kön­nen oder von älteren Men­schen ohne Partner*in? Welche Bedeutungen haben geografische Un­ter­schie­de hinsichtlich unterschiedlicher rechtlicher Regulierungen?


Internationale Tagung des DFG-Projekts Vielfam und des Zentrums für trans­disziplinäre Geschlechterstudien (ZtG) der Humboldt-­Universität zu Berlin

Vielfältige Familien: Elternschaft und Familie/n jenseits von Heteronormativität und Zweigeschlechtlichkeit 

7.-8. Oktober 2021, Humboldt-­Universität zu Berlin

Was ist eine Familie und wenn ja, wie viele? Elternschaft, Familie und Verwandtschaft wer­den in vie­len Arenen und historischen Epochen verhandelt: ob in Politik und Me­di­en, Comics und Filmen, Künsten und Wis­sen­schaf­ten, Technologie und Medizin, im Recht oder im privaten Alltag. Neben der ‚heterosexuellen Kernfamilie‘, die im golden age of marriage rechtlich und normativ institutionalisiert war, wer­den und wurden Elternschaft und Familie in diversen Konstellationen verwirklicht. Diese Pluralität findet heute teils rechtliche und gesellschaftliche An­er­ken­nung. Zugleich wer­den aber Elternschaft und Familie jenseits der heterosexuellen Norm in vie­len Staaten heftig bekämpft. Dabei sind die Leitbilder, Re­prä­sen­ta­tionen und gelebten Wirklichkeiten von Familie und intimen Nahbeziehungen – historisch und global gesehen – weder vorsozial noch ein für alle Mal gegeben, sondern unterliegen fortwährendem Wandel.

Für die gegenwärtigen Verhandlungen von Familie, Verwandtschaft und Elternschaft sind ver­schie­de­ne Aspekte be­son­ders prägend: Neben sozialen und kulturellen Entwürfen von Näheverhältnissen und Wahlverwandtschaften spielen auch neue Reproduktionstechnologien und die dadurch vermittelte Vorstellung von ,genetischer Wahrheit‘ eine zentrale Rolle. Eine Verengung auf leiblich-genetische Verwandtschaft steht der An­er­ken­nung von sozialer und rechtlicher Elternschaft dabei möglicherweise entgegen. Angesichts der wachsenden Be­deu­tung neuer Reproduktionstechnologien sind Debatten über einander widersprechende Konzepte, über Normen und Praktiken, Chancen und Risiken, An­er­ken­nung und Er­fah­run­gen daher drängender denn je. Dabei müssen die ethisch­en, ökonomischen und gesellschaftspolitischen Implikationen dieser Mög­lich­keiten auch vor dem Hintergrund transnationaler Ungleichheiten sowie nationaler Bevölkerungspolitiken diskutiert wer­den. So sind die ‚Freiheitsversprechen‘ einer reproduktiven Wahl, z.B. angesichts rechtlicher Restriktionen im eigenen Land, mit Ausweichrouten in ausländische Kliniken verbunden, und die globale Ökonomisierung reproduktiver Ar­beit produziert neue Ungleichheiten. Zwar wird heute zunehmend darum gekämpft, eine große Pluralität familialer Lebensformen zu verwirklichen. Doch trans* und queer Lebende sowie rassifizierte und ökonomisch deprivilegierte Men­schen stehen vor großen He­raus­for­de­run­gen, wenn sie rechtliche und gesellschaftliche An­er­ken­nung einfordern oder Reproduktionsmedizin in Anspruch nehmen wol­len.

Im Fokus der Tagung stehen Verwandtschaftsbeziehungen, Familiengründungen und Elternschaften jenseits von heterosexueller Norm und Zweigeschlechtlichkeit. So ermöglichen Reproduktionstechnologien wie Samenspende, In-Vitro-Fertilisation oder Surrogacy (sog. ‚Leihmutterschaft‘) Familiengründungen mit heterogenisierter Akteur_innenbeteiligung, stär­ken aber auch leiblich-genetische gegenüber anderen Elternschaften. Dass das reproduktive ‚Personal‘ sich gleichwohl nicht notwendigerweise mit dem ‚Elternpersonal‘ deckt, zeigt sich in Begriffsneuerungen wie Mehrelternschaft, Multiple Elternschaft und Co-Parenting. Was Elternschaft und Familie (nicht) sind oder sein sollen, wird in ge­sell­schaft­li­chen Narrativen und Diskursen, medialen und künst­le­ri­schen
Re­prä­sen­ta­tionen sowie rechtlichen Norm- und Normalitätsvorstellungen ausgehandelt. Diese reagieren keineswegs nur passiv auf technologisch-medizinische Innovationen, sondern entwerfen ihrerseits neue Vervielfältigungen von ‚Familie‘, Generationalität und Zusammenleben. Die Fra­ge, wie alte und neue Elternschaftskonstellationen und Familienformen vor diesem Hintergrund gelebt, repräsentiert und rechtlich reguliert wer­den, eröffnet eine Vielzahl theoretischer, analytischer und empirischer Per­spek­tiven.

Anfahrt & Lageplan

Der Cam­pus der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Cam­pus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Cam­pus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.

Direkt auf dem Cam­pus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Cam­pus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Cam­pus Nord und Cam­pus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund verteilen sich auf den größeren Cam­pus Nord und den kleineren Cam­pus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen kön­nen Sie den Lageplänen entnehmen.