„Queere Reproduktionsarbeit, Normalisierung und Normierung“

Am 11.06.2026 erschien im sozialwissenschaftlichen Nachrichtenportal Soziopolis eine neue Rezension von Cornelia Schadler (Universität Wien) zur Monografie „Auf dem Weg zur Normalität? LGBTQ+-Familien und ihr Kampf um Anerkennung“ von Julia Teschlade, Mona Motakef und Christine Wimbauer.
Darin heisst es u.a.:
„Auf dem Weg zur Normalität? ist ein wichtiges Korrektiv zur Erzählung einer linearen sexualpolitischen Erfolgsgeschichte. Es macht deutlich, dass der Kampf um Anerkennung nicht im Gerichtssaal endet, sondern vielmehr im täglichen Aushandeln von Sichtbarkeit und Sicherheit fortgeführt wird – und dass diese Kämpfe angesichts realer Backlashes und Gewalt gegen queeres Leben weiterhin notwendig sind. Für die soziologische Familienforschung liefert der Band unverzichtbare Impulse, um Familie nicht länger als statische Struktur, sondern als eine durch ungleiche Machtverhältnisse geformte Herstellungsleistung zu begreifen. (…)
Auf dem Weg zur Normalität? zeichnet sich durch die Kombination aus theoretischer Schärfe und empirischer Nähe aus, die den Band besonders macht: von der Rekonstruktion der mehrphasigen Normalisierungsprozesse hin zu den feinen Linien des Alltags, in denen Diskriminierung antizipiert, abgewehrt, manchmal umgedeutet und mitunter strategisch unsichtbar gemacht wird. Die Autorinnen zeigen, dass Normalisierung nicht Entpolitisierung bedeutet, sondern eine Form von Arbeit ist, die sowohl Schutz als auch Veränderung ermöglicht. Weil die Autorinnen das Doing Family queerer Familien als performative Praxis ernstnehmen, können sie zeigen, wie Letztere normative Erwartungen zugleich nutzen und unterlaufen – und damit stets eine neue Antwort auf die Frage, was Familie ist und sein kann, erforderlich machen.“
Die Rezension können Sie hier auf Soziopolis nachlesen.
Das Buch „Auf dem Weg zur Normalität? LGBTQ+-Familien und ihr Kampf um Anerkennung“ ist hier im open access kostenlos verfügbar.

