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Promotionsvorhaben

abstract

Soziale An­er­ken­nung ist in Sozialtheorien, die den Zu­sam­men­hang zwischen Gerechtigkeit und Ge­sell­schaft verhandeln, ein Schlüsselbegriff. Für das Individuum ist An­er­ken­nung elementar, um eine positive Selbstbeziehung aufbauen zu kön­nen und für Gruppen ist An­er­ken­nung wich­tig, um einen Mindestpegel an Friedlichkeit sicherstellen zu kön­nen. Mein Forschungsvorhaben un­ter­sucht Anerkennungserfahrungen sowie die sich daraus ergebenden Einstellungen für das eigene Anerkennungshandeln am Beispiel von jungen Fußballspielerinnen in Deutsch­land und Polen. Sie alle eint die Wahl ihres Mannschaftssportes und der hohe zeitliche Ein­satz für den Fußball, ihr Alter und die damit verbundenen He­raus­for­de­run­gen und Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz sowie ihr Ge­schlecht. Es un­ter­schei­den sich aber die Anerkennungsordnungen, in die der Mädchen- und Frauenfußball in den beiden Ländern eingebettet ist. Im Forschungsstil der Grounded Theory eingebettet, wird mit­hil­fe von qualitativen problemzentrierten Leit­fa­den-Interviews un­ter­sucht, welche Anerkennungserfahrungen die Spielerinnen prägen, welche Formen und Quellen von An­er­ken­nung für sie relevant sind und welcher Einfluss durch erfahrene An­er­ken­nung, oder auch durch den Mangel von An­er­ken­nung, für ihr Handeln resultiert.

Marij Duhra ist Mit­ar­bei­te­rin im Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern und dort für den Bereich „Gesellschaftliche Ver­ant­wor­tung“ zuständig.

Erstgutachterin: Prof. Mona Motakef                                                                     Zweitgutachter*in: N.N.

Kontakt

Gesellschaftliche Ver­ant­wor­tung Mobile Be­ra­tung im Sport (MoBiS) Prävention,  Kopernikusstraße 17a, 18057Rostock

marij@duhra.de

abstract                                                                                                                                                                                                          In meinem Dissertationsprojekt gehe ich der Fra­ge nach, wie Men­schen, die ge­mein­sam von der Diagnose Demenz be­trof­fen sind, es bewerkstelligen, ih­re Lebenspraxis auf deren Folgen einzustellen. In Lebensgemeinschaften, in denen eine dementielle Pflegesituation vorliegt, sind die Anlässe für Veränderungen der kommunikativen Praxis häufig selbst nicht kommunikativer Natur, sondern haben eine kör­per­li­che Grundlage, die taktgebend ist und sich gegenüber den Plänen und Wünschen von Men­schen relativ widerständig zeigt. Wenn sich diese oder jene Verrichtungen aus körperlichen Gründen nicht mehr verwirklichen lassen, lässt sich die Umstellung der Lebenspraxis nicht aufschieben, wie es sich bspw. aufschieben lässt, mehr Sport zu treiben oder die eigene Ernährung auf gesündere Kost umzustellen. Man kann ebenfalls nicht warten, bis der Ernstfall aus­rei­chend geprobt ist. Man kann Demenz verfluchen, aber nicht verbannen. Im Rah­men der ethnographischen Studie meiner Dissertationsarbeit habe ich an dem täglichen Familienleben von Men­schen teil­ge­nom­men, die nach der Feststellung einer Demenzerkrankung ihren Alltag fortsetzen und verändern und dadurch erfahren und ver­ste­hen, was dort praktisch geschieht.

Verena Keysers ist wis­sen­schaft­liche Mit­ar­bei­te­rin an der Pro­fes­sur So­zio­lo­gie der Geschlechter­verhältnisse der TU Dort­mund.

Erstgutachterin: Prof. Anja Weiss, Uni­ver­si­tät Duisburg-Essen                       Zweitgutachterin: Prof. Mona Motakef, TU Dort­mund

Kontakt                                                                                                                                                                                                  Verena Keysers, Fa­kul­tät Sozial­wissen­schaf­ten, TU Dort­mund, Emil-Figge-Str. 50, 44221 Dort­mund

verena.keysers@tu-dortmund.de

abstract
Mit der Umgestaltung des Elternzeitgesetzes und der Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 wächst die Zahl elternzeitnehmender Väter in Deutsch­land stetig. Wandlungsprozesse des Familienernährer- und Zuverdienerinnen-Modells lassen das Elternzeit- und Vereinbarkeitsmanagement zunehmend als Aushandlungsprozess von Eltern erscheinen. Doch wie wirken sich historisch und kulturell institutionalisierte Geschlechtervorstellungen und das ungleichheitsrelevante „asymmetrisches Anerkennungsverhältnis“ der Familien und Erwerbssphäre auf die Aushandlungsprozesse aus? Welche Muster intersubjektiver
(Nicht-)An­er­ken­nung von Familien- und Erwerbsarbeit kön­nen im Kontext väterlicher Elternzeitnahme im Paar zum Vorschein kom­men? Die Dissertation verortet sich in einer subjektorientierten, sinnrekonstruktiven Perspektive. Sie analysiert sechs narrative Interviews mit Paaren, bei denen der Vater Elternzeit nimmt, anhand der Dokumentarischen Methode in einer komparativen Sequenzanalyse unter besonderer Be­rück­sich­ti­gung der Diskursorganisation.
Die Daten wurden im Projekt „Väter in Elternzeit – Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse zwischen Paarbeziehung und Betrieb“ erhoben. Methodischer Beitrag der Ar­beit ist die Diskussion und Erweiterung der Dokumentarischen Methode um das Erhebungsinstrument des Paarinterviews. Die Dissertation wendet Honneths Anerkennungstheorie aus einer ungleichheits- und geschlechtersoziologischen Perspektive auf das empirische Material an. Sie nimmt daneben eine kritische Diskussion von Ansätzen aus der Väterforschung vor, die eine mögliche Aberkennung familienorientierter Väterlichkeit (z.B. durch die Partnerin oder in sozialen Kontexten) in den Blick nehmen und verweist auf die ungleiche Anerkennungsrelevanz sowie auf die Be­rück­sich­ti­gung paarinterner Aushandlungen.
Untersucht wer­den die Vereinbarkeits- und Elternzeitarrangements, konsensuelle und nicht konsensuelle (Be-)Deutungen des Elternzeitarrangements, An­er­ken­nung(srelevanz) von Familien- und Erwerbsarbeit, paarinterne An­er­ken­nung sowie die An­er­ken­nung von Elternsein, z.T. auch in sozialen Kontexten. Wesentliches Ergebnis ist, dass Familienarbeit in ihrer Anerkennungsrelevanz hinter Erwerbsarbeit steht, eine geringere Quelle von An­er­ken­nung darstellt, geschlechterdifferenzierend oder auch per se unsichtbar sein kann und oftmals weiterhin weiblich konnotiert ist. Auch wenn Hinweise auf sich egalisierende Anerkennungsverhältnisse zu finden sind, weicht keines der Paare durchweg vom „asymmetrischen Anerkennungsverhältnis“ ab. Beruf und Erwerbsarbeit sind die zen­tra­len Quellen von An­er­ken­nung und meist ausschlaggebend für die Elternzeitarrangements. Familienarbeit ist im Gegenzug keine oder nur eine äquivalente Anerkennungsquelle, sofern beides zur Ver­fü­gung steht. Die geschlechterdifferenzierende Aufteilung und ungleiche Bewertung von Erwerbs- und Familienarbeit ändert sich nicht zwangsläufig durch die väterliche Elternzeitnahme. Vielmehr integrieren Paare, die ohnehin egalitäre Vorstellungen haben, die Elternzeit in ein egalitär ausgerichtetes Paararrangement. Traditionelle Geschlechterbilder wirken
auch weiterhin in Paararrangements sowie in betrieblichen und sozialen Kontexten.

Stefanie Aunkofer ist wis­sen­schaft­liche Mit­ar­bei­te­rin im Gleichstellungsbüro der Hoch­schu­le Rhein-Waal

Erstgutachterin: Prof. Christine Wimbauer, Humboldt-­Universität zu Berlin, Zweitgutachterin: Prof. Mona Motakef, TU Dort­mund

Kontakt

Stefanie Aunkofer, Gleichstellungsbüro Hoch­schu­le Rhein-Waal, Marie-Curie-Straße 1, 47533 Kleve

stefanie.aunkofer@hochschule-rhein-waal.de

abstract

The recognition of same-sex relationships and non-normative families, coupled with greater access to reproductive technologies, has increased over the past two decades. Surrogacy presents a viable route for gay couples towards parenthood, yet it is banned in many coun­tries. Research shows that gay couples circumvent national legal restrictions by accessing reproductive services abroad. In doing so, they must navigate the specific legal, political, and sociocultural contexts of both their country of residence and the country of destination. Previous re­search has not conducted a cross-country comparison addressing how such different contexts shape the reproductive practices of gay couples. In my presentation, I compare Germany and Israel, where gay couples face starkly different challenges: Germany prohibits surrogacy in general, while Israel allows it— but not for gay men. Drawing on interviews with couples from both coun­tries, all of whom contracted a surrogate in the US, I analyze the couples’ struggles for legal recognition and social visibility as gay father families. In both coun­tries, the couples handle the legal, political, and sociocultural contexts differently in a process that I frame as becoming a gay father family, which involves concealing the surrogacy and appropriating heteronormative family narratives.

Julia Teschlade ist wis­sen­schaft­liche Mit­ar­bei­te­rin im DFG-Projekt "Ambivalente Anerkennungsordnung: Doing reproduction and doing family jenseits der heterosexuellen Normalfamilie, Projektleitung: Prof. Mona Motakef, Prof. Dr. Almut Peukert, Prof. Dr. Christine Wimbauer

Erstgutachterin: Prof. Christine Wimbauer, Humboldt-­Universität zu Berlin, Zweitgutachterin: Prof. Mona Motakef, TU Dort­mund

Kontakt

Julia Teschlade, Uni­ver­si­tät Hamburg, Fa­kul­tät für Wirtschafts- und Sozial­wissen­schaf­ten Sozialökonomie So­zio­lo­gie, Welckerstraße 8, 20354 Hamburg

julia.teschlade@uni-hamburg.de

Anfahrt & Lageplan

Der Cam­pus der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Cam­pus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Cam­pus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.

Direkt auf dem Cam­pus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Cam­pus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Cam­pus Nord und Cam­pus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund verteilen sich auf den größeren Cam­pus Nord und den kleineren Cam­pus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen kön­nen Sie den Lageplänen entnehmen.