Forschungsprojekte
Laufende Drittmittelprojekte
Long Covid und die Wiederherstellung von Reproduktionsvermögen in Paarbeziehungen und im vergeschlechtlichten Lebenszusammenhang – Sozialrechtliche und intersubjektive Nicht/Anerkennung erkrankter Sorgeleistender

Die Corona-Pandemie hat weitreichende soziale Folgen für die Sozialsysteme, die Wirtschafts- und Erwerbssphäre, aber auch für Geschlechterverhältnisse, Familien und das gesamte Leben der Erkrankten. Wir analysieren aus geschlechter- und ungleichheitssoziologischer Subjektperspektive die sozialstaatliche (Nicht-)Unterstützung bei der Wiederherstellung von Reproduktionsvermögen von an LC/PCS erkrankten (vormals) erwerbstätigen Sorgeleistenden. Wir fragen: 1. Auf welche Hürden und Schwierigkeiten stoßen an LC/PCS Erkrankte – häufig Frauen – bei der Wiederherstellung ihres Reproduktionsvermögens v.a. im Sozialversicherungssystem, insbes. in der Unfall- und Rentenversicherung? 2. Unter welchen Bedingungen vor allem in der sozialversicherungsrechtlichen, aber auch familialen Sphäre, gelingt es ihnen längerfristig (nicht), sich Handlungsfähigkeit und Arbeitsvermögen (wieder) anzueignen und gesellschaftlich teilzuhaben? 3. Welcher Maßnahmen bedürfte es, um die an LC/PCS erkrankten Menschen mit Sorgeaufgaben, aber teils großen gesundheitlichen Einschränkungen sozialstaatlich besser abzusichern? 4. Was bedeuten diese Ergebnisse für (ungleiche) Geschlechterverhältnisse? 5. Zeigen sich Widersprüche in der (vergeschlechtlichten) Nicht-/Wiederherstellung des Reproduktionsvermögens durch die GUV/GRV? Wie ließe sich dies auf Folie einer Kritischen Feministischen Theorie (des Wohlfahrtsstaates) interpretieren?
Das Vorhaben besteht aus zwei Teilprojekten, ein Teilprojekt wird an der HU Berlin durchgeführt (Leitung Prof. Christine Wimbauer).
Projektstart ist planmäßig am 01.10.2026. Mehr Informationen folgen.
HBS-Promotionskolleg 055 „Neue Herausforderungen in alternden Gesellschaften“

Alternde Gesellschaften sind Gesellschaften, die sich ständig neu erfinden müssen – dies gilt sowohl auf der politischen wie auf der sozialen Ebene, also im Hinblick auf Institutionen und soziale Beziehungen, als auch im Alltag eines/r jeden. Wenn Gesellschaften altern, betrifft dies keineswegs nur die „Alten“, sondern alle, auch Kinder und Jugendliche und Menschen im mittleren Lebensalter, es betrifft Individuen und Familien sowie das gesamte Gesundheits- und Sozialsystem, Rentensysteme und das Zusammenleben und -arbeiten. Wir werden „weniger, älter, bunter“ – dies ist ein weltweiter Trend, der für alle mit grundlegenden sozialen Veränderungen einhergeht und vielfältige Herausforderungen mit sich bringt. All dies ist insbesondere in Zeiten multipler Krisen (Pandemie, Kriege, Klima) mit tiefgreifenden sozialen und ökonomischen Folgen für die Sicherung von Teilhabe, guten Lebens- und Arbeitsbedingungen und gesellschaftlicher Solidarität.
Im von der Hans Böckler-Stiftung geförderten Kolleg werden die neuen Herausforderungen, die der demografische Wandel für Individuen, Familien und Gesellschaften mit sich bringt, erforscht und gefragt: Wie lässt sich selbstbestimmtes Altern für alle in zentralen Lebensbereichen und über den gesamten Lebenslauf ermöglichen? Wie lässt sich generationengerechte soziale Teilhabe in alternden Gesellschaften gestalten? Aus multi-methodischer und inter-disziplinärer Mehrebenen-Perspektive sind die zwölf Promotionen in acht eng miteinander verzahnten Themenfeldern angesiedelt. Sprecherinnen sind Prof. Martina Brandt und Prof. Dr. Mona Motakef, weiterhin sind als Wissenschaftler*innen Prof. Nicole Burzan, Prof. Jürgen Howaldt, Prof. Angelika Poferl, Prof. Monika Reichert, Prof. Susanne Frank (Fakultät Raumplanung) und Prof. Uwe Wilkesmann (Zentrum für HochschulBildung) beteiligt.
Projektlaufzeit: 01.01.2023-31.12.2027
Abgeschlossene Drittmittelprojekte

Ambivalente Anerkennungsordnung. "Doing reproduction" und "doing family" jenseits der Normalfamilie
Das DFG-Projekt war am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin angesiedelt und wurde von Prof. Dr. Mona Motakef, Jun.-Prof. Dr. Almut Peukert und Prof. Dr. Christine Wimbauer geleitet. Projektmitarbeiterinnen waren Leoni Linek und Julia Teschlade. Das Projekt lief vom 1. Januar 2018 bis 31. Juli 2021.
MO 3194/2-1, PE 2612/2-1, WI 2142/7-1
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Ungleiche Anerkennung? 'Arbeit' und 'Liebe' im Lebenszusammenhang prekär Beschäftigter
Dieses DFG-Projekt “ (Wi2142/5-1) war im ersten Jahr an der Universität Tübingen und dann an der Humboldt-Universität angesiedelt und wurde von Prof. Christine Wimbauer geleitet. Mona Motakef und Ellen Ronnsiek waren wissenschaftliche Mitarbeiterinnen. Die Laufzeit war vom 1. Mai 2014 bis 30. September 2017.

Maria Weber Grant der Hans Böckler-Stiftung
Mit dem Maria-Weber-Grant fördert die Hans-Böckler-Stiftung herausragende Wissenschaftler*innen in der Postdoc-Phase. Mona Motakef erforschte am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin, ob sich die Prekarität von unsicher Beschäftigten auf ihren Lebenszusammenhang und damit auch auf Nahbeziehungen ausweiten oder ob diese mögliche Anerkennungsdefizite aus der Erwerbspähre abfedern können. Für diese Forschung erhielt sie im Wintersemester 2018 / 2019 eine von der Hans-Böckler-Stiftung finanzierte Vertretung für ihre Lehrveranstaltungen.

