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Fakultät Sozialwissenschaften

Long Covid und die Wiederherstellung von Reproduktionsvermögen

Familie balanciert Belastungen © Finja Tschampel​/​TU Dortmund
Neues DFG-Projekt gestartet

Was bedeutet es für Sorgeleistende, wenn eine chronische Erkrankung nicht nur die eigene Gesundheit beeinträchtigt, sondern den gesamten Alltag der Familie verändert? Long Covid kann weitreichende Folgen für unterschiedliche Lebensbereiche haben. Paare und Familien müssen sich auf veränderte Lebensbedingungen einstellen: Sorgearrangements müssen neu organisiert werden, Erwerbsbiografien müssen angepasst werden und finanzielle Unsicherheiten müssen bewältigt werden. Zugleich sind Erkrankte häufig damit konfrontiert, um die gesellschaftliche und institutionelle Anerkennung ihrer Erkrankung sowie um den Zugang zu sozialstaatlichen Leistungen kämpfen zu müssen. Anerkennung wird damit zu einer zentralen Frage – im Sozialstaat ebenso wie im alltäglichen Zusammenleben der Familie.

Wie diese unterschiedlichen Formen von Nicht-/Anerkennung ineinandergreifen und welche Bedeutung sie für die Wiederherstellung von Reproduktionsvermögen haben, untersucht ein neues, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Forschungsprojekt. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie an Long Covid erkrankte Sorgeleistende ihre Fähigkeit, den eigenen Alltag zu bewältigen, für sich und andere zu sorgen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, aufrechterhalten oder wiederherstellen können. 

Das Projekt „Long Covid und die Wiederherstellung von Reproduktionsvermögen in Paarbeziehungen und im vergeschlechtlichten Lebenszusammenhang – Sozialrechtliche und intersubjektive Nicht-/Anerkennung erkrankter Sorgeleistender“ (ReCoVer) ist an der TU Dortmund und der Humboldt-­Universität zu Berlin angesiedelt und hat eine Laufzeit von drei Jahren (Laufzeit 01.10.2026 – 30.9.2029). 

Durchgeführt wird es von Prof. Dr. Mona Motakef, Nora Lege, Finja Tschampel und Loretta Strauß (TU Dortmund) sowie von Prof. Dr. Christine Wimbauer, Nadja Kufner, Anna Lena Zahn und Alexandra Klepp (Humboldt-­Universität zu Berlin). 

Mehr Informationen: 

https://ge.sowi.tu-dortmund.de/forschung/forschungsprojekte/dfg-long-covid/